AUS EINER VISION WIRD EINE TATSACHE

 

Nach etwas mehr als zwei Jahren Zusammenarbeit zwischen Patrik «Pädi» Ifanger und Matthias Minder als Coach, ist man auf die Saison 2020 einen Schritt weiter gegangen. Pädi Ifanger ist seit dem 01.01.20 Mitglied im einzigen bei Swiss Cycling gemeldet Bahnteam.

 

Als Bahnrad-Sportler mit Ambitionen eigentlich nichts spezielles - eigentlich. Wenn da nicht der Umstand wäre, dass Ifanger ein Para-Cyclist ist. Diese Kombination ist erstmalig und bis jetzt einzigartig.

 

Wenn man die sportliche Leitung von TrackTeam BE electric RV Zürich um Team-Manager Matthias Minder anhört, jedoch ein logischer Schritt.

 

Ifanger und Minder kennen sich weit 2018. Anfänglich war Matthias Minder für die Rennräder zuständig. Doch bald zeigte sich, wenn der Weg nach Tokyo eingeschlagen werden soll, braucht es auch intensive Unterstützung im Coaching.

 

‘’Anfänglich waren es einige Tipps, dann ein paar Trainingseinheiten und seit dem Sommer 2019 regelmässige Training auf der Bahn’’, so Minder.

 

Und so zeigte sich nach den Rennen in Carson, Kalifornien, im vergangenen Dezember, entweder jetzt richtig oder nicht. Für Beide war klar, dann richtig, auch wenn es schmerzt.

 

Nach eher durchzogenen Rennen in Amerika stellten Fabian Neustöcklin (sein Trainer) und Matthias Minder das Training komplett um. Pädi Ifanger musste sich ab sofort genau an die Angaben der beiden Coaches halten und nach kurzer Zeit ging es wieder bergauf.

 

Dies war auch der entscheidende Augenblick, wo die Teamleitung entschied, Pädi ins Team aufzunehmen. Nicht aus Goodwill, sondern aus klaren Überlegungen:

 

‘’Pädi ist ein Athlet wie jeder andere unserer Sportler. Klar, sein rechtes Bein ist Pink und aus Carbon, aber das ist auch der einzige Unterschied. Er bewegt sich unter den Fahrern wie einer von ihnen und es gibt weder in Trainings noch bei Rennen einen Spezialbehandlung. Also weshalb sollen wir zwischen Para und Nicht-Para einen Unterschied machen?’’ so Minder und weiter, ‘’alle sind für Inklusion, dann machen wir dies doch auch!’’

 

Pädi Ifanger wird dieses Jahr bei den Elite-Schweizermeisterschaften und weiteren Bahnrennen am Start stehen. Dies war eine Voraussetzung für die Aufnahme ins Team. Bereits im vergangenen Jahr hat er die 1000m SM in Aigle mit der Elite bestritten und war ein Bestandteil eines Teams bei der Team-Sprint Meisterschaft.

 

Ifanger ist momentan noch mit einem Bandscheiben-Vorfall schachmatt. In Anbetracht der Situation, dass die Rennbahnen geschlossen sind, nicht der schlechteste Augenblick, sich entsprechend behandeln zu lassen und den Aufbau anschiessend fortzuführen.

 

Dass die Paralympics von Tokyo auf 2021 verschoben wurden, ein perfektes Geschenk.

 

 

Wir wünschen Ifanger und dem ganzen Team eine erfolgreiche, etwas kürzere, Saison 2020.


DIE NÄCHSTEN GEWINNEN MEDAILLEN

 

Nachdem Mitte Januar Zoe Schiess im Omnium für den ersten Glanzpunkt der Saison sorgte, waren Mitte Februar die Damen, Herren und die U17-Herren an der Reihe, die Nationalen Meister auszumachen.

 

Und sie liessen sich nicht zweimal Bitten. Mit einer überzeugenden Art gewann Andrea Waldis kurz vor der WM den Titel der besten Allrounderin der Schweizer Bahn-Cracks.

 

Etwas mehr Mühe bekundete Noah Obrist. Nach einem perfekten Start im Scratch zog er wohl das schwärzeste Rennen seiner Karriere ein, das Tempo-Race war gar nicht nach seinem Gusto. So musste er in den verbleibenden zwei Disziplinen die Rangliste von hinten aufrollen. Vor der letzten Disziplin, dem Punktefahren lag er wieder in Schlagdistanz zu einer Medaille. Und im letzten Sprint macht Noah dann alles klar und katapultierte sich zur Bronze.

 

Bei den Elite-Herren lief es für Cyrill Steinacher nicht ganz so optimal. Mitten im Feld der Nationalmannschafts-Fahrer, die sich noch um die WM-Plätze stritten, hatte er keine Chance auf einen Rang unter den ersten Drei. Aber Cyrill zeigte ein weiteres Mal, dass er ein Kämpfer ist.

 

 

die Medaillengewinner mit Matthias Minder


JAHRESSTART KÖNNTE NICHT BESSER SEIN

 

Mitte Januar wurden im Rahmen des ersten Rennens in Grenchen die Meisterschaften im Omnium der U15-Damen ausgetragen.

 

Zum erweiterten Favoritenkreis durfte sich dabei auch Zoe Schiess zählen. Doch es war klar, ein Selbstläufer würde eine Medaille nicht.

 

Gut vorbereitet von ihrem neuen Trainer Tristan Marguet (ebenfalls erfolgreiche Bahnfahrer) startet Zoe in den Abend. Bis zuletzt lag sie immer im Bereich der Medaillen, aber der Rennverlauf der ersten drei Disziplinen (Scratch, Ausscheidung, Tempo) zeigte, dass die Medaillen vor dem abschliessenden Punktefahren alles andere wie bereits vergeben waren.

 

Mit einem cleveren abschliessenden Punktefahren konnte sich Zoe den dritten Rang erkämpfen. Dies ganz zur Freude der beiden Betreuer Tristan Marguet (rechts) und Matthias Minder (links).

 

Minder lies im Anschluss des Rennens dann auch lachend verlauten: "heute Abend hätte ich sicherlich wiederum einige graue Haare mehr, Zoe ist clever gefahren und hat die Medaille verdient. Das nächste Mal sollte sie mich so meine Nerven strapazieren"

 

Zoe Schiess zwischen Matthias Minder und Tristan "the Rocketman" Marguet